Homosexualität und christlicher Glaube

1. Zentralgebot des christlichen Glaubens, von dem sich alle anderen Gebote ableiten sollen, ist das Doppelgebot der Liebe: (3.Mose 19,18); Mt 22,37-39; Röm 13,9; Gal 5,14.



2. Bei einer einvernehmlichen Homo-Beziehung zweier sexualmündiger Menschen (ab 16 (14) Jahre) liegt offensichtlich kein Verstoß gegen dieses christliche Grundgebot vor. Ist die Beziehung christlich geprägt, dann ist Sex nur ein Teilbereich. Die gegenseitige menschliche Unterstützung, das Teilen von Freude und Leid ist dann entscheidend.
Hierzu passend und bemerkenswert die Aussage des Leiters von idea (Informationsdienst der Evangelischen Allianz), dass es bei Homosexualität nicht um "Heilsfragen ... also nicht um Himmel oder Hölle geht".(1)



3. Ein offensichtlicher Verstoß gegen Punkt 1 ist aber Gewalt gegen Schwule, Lesben und Queers allgemein - körperlich oder verbal (Mobbing). Das gibt es immer noch genügend. Man gehe nur als gleichgeschlechtliches Paar Hand in Hand über einen Schulhof, durch ein ländliches Dorf oder durch bestimmte Stadtviertel der Großstädte.

Eine Mobbing-Situation herrscht meist immer noch in vielen konservativ-christlichen Kreisen, die sich meist bewusst im Gegensatz zur liberalen, die Homosexuellen wertschätzenden Einstellung der Mehrheit der evangelischen Kirchenmitglieder stellt. Dies wurde wiederum Anfang 2014 deutlich, als das Wochenmagazin "idea Spektrum" auf seiner Seite "Pro und Kontra" fragte: "Diskriminieren Evangelikale Homosexuelle?"(2) idea-Leiter Helmut Matthies stellt - in überraschend offener Nachdenklichkeit - fest, es sei "seit langem ... beim obigen Thema nicht gelungen"(3), einen Vertreter für die Kontra-Position zu finden, also für die Erfahrung, als Homosexueller unter Evangelikalen nicht diskriminiert zu werden: "idea hat etwa 10 homosexuelle Evangelikale gefragt. Einige wollten nicht, dass öffentlich bekannt wird, sie würden homosexuell empfinden. Unter den anderen fand sich niemand, der sagen konnte, er habe keine Diskriminierung erlebt."(4) Immerhin deutet es auf einen reflektierten und nicht ideologisch-fixierten Horizont, dass diese bedauerlichen Verhältnisse vom Leiter Helmut Matthies selbstkritisch kommentiert werden: "Das sollte nachdenklich stimmen. ... Auf der anderen Seite spricht es nicht für die Glaub-Würdigkeit evangelikaler Gemeinden, wenn sich ein Mitglied nicht einmal zu sagen traut, dass es homosexuelle Gefühle hat."(5)
Auf derselben Seite berichtet Wolf Bruske, homosexueller Pfarrer einer evangelikalen evangelisch-freikirchlichen Gemeinde, von seinen Diskriminierungserfahren: "Gleichzeitig erlebe ich aber viel Diskriminierung. Homosexuelle können in evangelikalen Gemeinden meist nur versteckt und ungeoutet leben. Haben sie ihr Coming-out, ist das fast immer mit dem Verlust der geistlichen Heimat verbunden. Sie werden für ihre Veranlagung, für die sie nichts können, in die Sünderecke geschoben und meistens ausgegrenzt und, wenn überhaupt, nur als 'Aussätzige' geduldet. ... Homosexuelle Pfarrer sind heißbegehrt - bis sie sich outen. Dann schlägt bei Evangelikalen sehr schnell die Verehrung in massive Ablehnung um."(6)
Da ist folgender Satz bemerkenswert: "Ich möchte mich für alles Schlimme entschuldigen, was Homosexuelle durch Evangelikale erfahren haben".(7)
Klaus Douglass, evangelischer Pfarrer aus Hessen, schreibt: So "sinnieren wir über die vermeintliche 'Sünde der Homosexualität' und werfen den Betroffenen auch noch jene Lüge vor, in die wir sie hineintreiben."(8)

In diesem Zusammenhanng stellte man bei wissenschaftlichen Untersuchungen in verschiedenen Ländern fest, dass die Selbstmordrate unter schwul-lesbisch-queeren Jugendlichen signifikant gegenüber den anderen Gleichaltrigen erhöht ist, und zwar dann, wenn sie durch ihre Umgebung abgelehnt werden: "Wenn die Umgebung junge Schwule und Lesben unterstützt und es Programme gegen Diskriminierung gibt, geht die Rate der versuchten Suizide unter allen jungen Menschen zurück, speziell unter Lesben, Schwulen und Bisexuellen ... Das zeige, dass nicht die Homosexualität zu einer höheren Selbstmordrate führe, wie Homo-Gegner oft mutmaßen - vielmehr führe die Ablehnung zu Kurzschlusshandlungen."(9) Es ist bewegend, die Seelsorgeberichte aufgeklärter, lebensnaher, einfühlsamer katholischer Pfarrer im Jahre 1899 zu lesen, die vom Leid ihrer homosexuellen Gemeindeglieder aufgrund der Homophobie der damaligen Gesellschaft berichten: Artikel über die anonyme Umfrage unter katholischen Pfarrern.
Der emanzipierte katholische Theologe und Psychotherapeut Dr. Wunibald Müller schreibt: "Wenn Probleme und Belastungen bei homosexuellen Männern und Frauen manchmal größer sind als bei heterosexuellen, dann liegt das nicht in erster Linie an der homosexuellen Orientierung an sich. Die Gründe dafür sind vornehmlich in der außergewöhnlichen Situation zu suchen, der homosexuelle Personen nach wie vor ausgesetzt sind."(10) - "So ginge etwas Heilendes von einer Einstellung aus, die Homosexualität ... als etwas ... Normales betrachtet. Es ginge davon etwas Heilendes aus, das sich positiv auf so manche Verwundungen auswirken würde, die homosexuellen Menschen - gerade auch im kirchlichen Kontext - zugefügt wurden".(11) - Unter Bezug auf einen Satz aus dem Vatikanpapier zur Homosexualität sagt er: "Kann man eine Beziehung objektiv ungeordnet nennen, wenn zwei Homosexuelle sich aufrichtig lieben?"(12)
Die niederbayrische CSU-Bundestagsabgeordnete Gudrun Zollner, die einen schwulen Sohn hat, sagt: "Ich bin gläubige Katholikin und kann trotzdem sagen, dass mein Kind ein Geschenk Gottes ist."(13) und: "Was da aus dem Vatikan zur Homo-Ehe kommt, finde ich fürchterlich. Das kränkt mich als Christin."(14)

Angesichts der bleibenden Diskriminierung von Homosexuellen in Rechtsstaaten und ihrer Ermordung in vielen totalitären Staaten (z.B. Iran: Todesstrafe gemäß Strafgesetzbuch) ist es zynisch und das Gegenteil von christlicher Nächstenliebe und christlichem Mitgefühl, wenn von einer "Homosexualisierung der Gesellschaft" gesprochen und behauptet wird: "Von Ächtung und Diskriminierung kann, nüchtern betrachtet, keine Rede mehr sein."(15)

Möchte sich also ein Christ, dem die Nächstenliebe, zumindest aber der Schutz des Lebens wichtig sind, im Bereich der Homosexualität stärker ethisch-moralisch engagieren, sollte an erster Stelle des Engagements der Kampf gegen diese Anti-Homo-Gewalt stehen - mit allen Konsequenzen, z.B. durch seine Hilfsaktionen selbst als Homo bezeichnet und gemobbt zu werden oder (wenn er diesen geistlichen Einsatz für die Nächstenliebe und Achtung der Menschen sogar im Iran oder noch wichtiger im Einflussbereich der ISIS-Islamisten im Irak und Syrien durchführt) ermordet zu werden.



4. Ebenfalls gehört zur ethischen Schlüssigkeit, dass Geschiedene und Homosexuelle gleich behandelt werden - entweder beides toleriert oder abgelehnt wird. Die Bibel sagt klar, dass Ehescheidung (außer bei Ehebruch des Partners, oder der ungläubige Partner will sich scheiden lassen) verboten ist und dass ohne Bedingung ein Geschiedener nicht wieder heiraten soll (Mt 5,31-32; 19,9; Mk 10,11-12; 1.Kor 7,10-15).

Hier ist die katholische Kirche konsequent: Schwule und Lesben und Geschiedene sollen auf Sex verzichten. Haben Geschiedene geheiratet, sollen sie nach der Bekehrung in der 2.Ehe bleiben, aber ab dann sexfrei zusammenleben.

Allerdings: Wieweit ist das für die meisten Menschen praktikabel? Jesus hat den konkreten Menschen im Blick, und für die meisten Menschen ist ein genereller Sexverzicht - ob Homo oder Hetero - nicht lebbar und führt dann zu ethisch schlechten psychologischen Verschiebungen.



5. "Paradiesische" Lebens-Leitbilder für praktisch alle christlichen Konfessionen ist die lebenslange Hetero-Ehe ohne Scheidung (weil in der Schöpfung angelegt: 1.Mose 2,24) oder das sexuell enthaltsame Leben (Mt 19,12c; wörtlich mit allegorischer Bedeutung: "sich zu Eunuchen um des Himmelreichs willen gemacht") - wie es paradiesisches Leitbild ist, keine Behinderung zu haben, keine Leiden, keine Mühe bei der Arbeit usw..



6. Unwahr und eigentlich ideologisch (aufgrund eines bestimmten dogmatischen Vorverständnisses) ist die Behauptung, Homosexualität wäre unnatürlich und käme in der Natur, im Tierreich nicht vor, sondern nur bei unnatürlich handelnden Menschen. Homosexualität, Transsexualität und weitere sexuelle Abweichungen sind sehr natürlich, kommen sehr oft in der Natur vor, bei manchen Tieren weniger beobachtet (z.B. manche Vogelarten), bei anderen mehr (menschenähnliche Affen oder Giraffen mit Testreihen, in denen homosexuelle Akte bis zu 90% aller Geschlechtsakte ausmachten. Und trotzdem sind die Giraffen "fruchtbar und vermehren sich" als Art.).Hier finden Sie genauere Infos und weiterführende Links zur wissenschaftlich beobachteten Homosexualität in der Natur und im Tierreich. Wer sagt, Homosexualität widerspreche Schöpfung und Natur, der redet jedenfalls nicht von der Welt und Natur, in der wir jetzt leben.



7. Die therapeutische Veränderung von Homosexualität ist teilweise gegeben und eine Möglichkeit - aber keine vollkommene Lösung. Selbst christliche Therapeuten geben zu, dass sie trotz Gebet eine Veränderung bei einer großen Zahl nicht erreicht haben. Ein Beispiel hierfür ist der Bericht über eine US-amerikanische Studie, die zitiert wird in der Parteizeitung der Partei Bibeltreuer Christen, die als Partei praktizierte Homosexualität eindeutig als Sünde ansieht. Der Titel der Studie "Study of Religiously mediated Change in Sexual Orientation" zeigt, dass hier in einem Umfeld garbeitet wurde, in dem praktizierte Homosexualität als ethisch schlecht angesehen wird. In diesem - aus der Sicht homophober Christen - für Veränderung günstigsten Umfeld bezeugen gerade einmal 15% "eine erfolgreiche Umkehr zu einer heterosexuellen Identität". Vom Rest entscheiden sich 23% für "Keuschheit", 29% erleben "kleine Verbesserungen", 27% erleben keine Veränderung oder brachen das Umwandlungsprogramm ab, 5% waren nicht auswertbar.(16)
Der Präses des pietistischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Pfarrer Michael Diener, stellt im Jahr 2014 fest: Es "ist die Zahl der Veränderungswilligen jedoch relativ klein. Und nur etwa einem Drittel von ihnen könnten die auf diesem Gebiet engagierten Organisationen helfen: 'Es gibt erfolgreiche Therapien, aber noch mehr erfolglose Therapien.'"(17)
Im evangelikal-konservativ geprägten idea-spektrum 4/2014 schreibt Helmut Matthies über Homosexuelle: "Von denen, die damit nicht klarkommen und sich deshalb einer Therapie unterziehen, ist laut US-Studien bekannt, dass immerhin ein Drittel eine dauerhafte Umorientierung seiner sexuellen Ausrichtung erfährt - aber eben zwei Drittel nicht."(18)
Auf derselben Seite desselben Magazins schreibt der offen schwule Pfarrer einer evangelisch-freikirchlichen Gemeinde, Wolf Bruske: "Nur bei Evangelikalen wird das Märchen von der 'Heilung' von Homosexualität noch kolportiert und damit bei Homosexuellen eine Veranlagung als Krankheit verunglimpft."(19)
Auch nach der von Professor Axel Meyer zusammengefassten aktuellen Forschungslage hat "Homosexualität ... zum wohl größeren Teil eine genetische Basis. ... daraus ergibt sich, dass man Homosexualität nicht wegerziehen, medikamentös 'heilen' oder 'wegbeten' kann."(20)

Die umgekehrte "Umwandlung" ist viel häufiger: Jemand hat versucht, hetero zu leben - wegen des Sozialdrucks der Umgebung - und entdeckt sich später als eindeutig homo-geprägt. Verlogen ist es hier, wie ein Hetero gegen seine Persönlichkeit zu leben; es ist Lüge und damit eindeutig unchristlich (allein schon das Leid für den Hetero-Partner). Wir als Kirche sollten Menschen ermutigen, ehrlich zu sich zu stehen.
Ausgerechnet in homophob-christlichen sogenannten "Ex-Gay"-Gruppen, die Homosexuelle zu einem heterosexuellen Lebensstil führen wollen, entdecken immer wieder führende Personen, die sich als "geheilte Homosexuelle" (nun heterosexuell lebend) ausgaben, dass sie doch von ihrem tiefsten Wesen her homosexuell sind, die nur durch den immensen kirchlichen Druck (gegen ihre Natur) eine Zeit lang heterosexuell lebten.
Im Juni 2013 löste sich Exodus (21), die weltweit größte Ex-Gay-Gruppe auf, die seit 1976 in 17 Ländern arbeitete. Der Leiter, Alan Chambers,gab zu, selber homosexuelle Gefühle zu haben: I had "conveniently omitted my ongoing same-sex attractions. ... They brought me tremendous shame and I hid them in the hopes they would go away ... Looking back, it seems so odd that I thought I could do something to make them stop. Today, however, I accept these feelings as parts of my life that will likely always be there." Und er entschuldigte sich für den Schaden, der er bei Homosexuellen angerichtet habe: "I am sorry for the pain and hurt many of you have experienced. I am sorry that some of you spent years working through the shame and guilt you felt when your attractions didn't change ... I am sorry we promoted sexual orientation change efforts and reparative theories about sexual orientation".(22)
Auch Randy Thomas, der stellvertretende Leiter der aufgelösten "Exodus"-Gruppe, wandelte seine Einstellung innerhalb weniger Monate um 180 Grad.(23) Er entschuldigte sich im Jahr 2013 für seine Mitarbeit bei "Exodus": "I apologize for remaining publicly silent about the hurt caused by some of Exodus’ leaders and actions."(24) 2014 freut sich Randy, dass die USA, auch durch Gerichtsurteile, sich mehr und mehr für die schwul-lesbische Ehe öffnet: "Today, I can honestly say that I am glad that the courts are striking down all the marriage bans across the country."(25) Schließlich gab er dann im Januar 2015 zu, dass er selber schwul sein: "I am gay. I am ok with who I am."(26)
Im Jahr November 2014 machte John Smith Schlagzeilen, ein ehemaliger Direktor der bekannten, christlich-fundamentalistischen Gruppe "Love in Action" aus den USA, die sich das Ziel gesetzt hat, Menschen von Homo- zu Heterosexuellen umzupolen. Man versuchte dort auch, Jugendliche in sogenannten Bootcamps homophob auszurichten. Schon 2008 trat er aus der Gruppe aus und erkannte seine Arbeit dort als großen Fehler, als Sünde: "I'm realizing that people have the freedom in Christ to choose to live in a gay relationship."(27) 2014 schließlich heiratete er seinen Partner Larry McQueen.(28)
Im Dezember 2014 erklärte Christian Schizzel, ein Aushängeschild der Ex-Gay-Bewegung, der in Bild, Film und Talk-Shows in den USA auftrat, um Homosexuelle für die Umpolung zur Heterosexualität zu gewinnen, dass er selber schwul ist und wie sehr er in diesen homophob-christlichen Gruppen manipuliert wurde: "I’m coming out this second time as my true self – a gay man — louder than before so we can all learn from the mistakes made and the harmful effects of reparative therapy ... I was told I had to say I was straight if asked, even though there wasn’t an ounce of me that was interested in women. I was concerned about lying, especially since it was with an issue involving God and expressed my discomfort with this. ... To those who still promote reparative therapy or hope it could work for them or a family member, I hope they realize this path leads to a horrid dead end. It’s harmful and excruciatingly painful. There’s no academic or spiritual basis for its promotion. I wouldn’t wish this upon anyone, not even the ones who harmed me the most in this life. In the end, my sexuality is a beautiful gift from God".(29)
In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung aus dem Jahr 2015 werden anhand eines Lebensberichts die schweren seelischen Schäden dargelegt, die durch diese "Konversionstherapie" (auch "Reparative Therapie" genannt) entstehen: "..., während Nebenwirkungen wie Depression, Selbstmordabsicht und Drogenmissbrauch bei jungen Betroffenen belegt sind. Als erster US-Staat hat Kalifornien die Therapie im Jahr 2012 für Minderjährige verboten ... Kein Zweifel, die Therapien wirken. Sie fördern Sie fördern Selbsthass, Angst und Schuldgefühle ... Psychologen warnen ... Die 'Patienten' täuschen .. die 'Heilung' vor, die zwar nicht möglich ist, jedoch erwartet wird - vom Therapeuten, den Eltern, dem Pastor, oder vom Betroffenen selbst. ... Guay ... meidet Kirchen ..., und er glaubt, dass ihn die Konversionstherapie traumatisiert hat."(30) "Daher ist es an der Zeit, namentlich für Minderjährige solche Konversionstherapien zu untersagen, da sie mit anerkannten wissenschaftlichen Standards nicht zu vereinbaren sind und den Betroffenen sogar schaden."(31)

Nicht wirklich ehrlich und glaubwürdig ist es allerdings, wenn Ende 2012 der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Präses Michael Diener, behauptet, ihre "therapeutischen" Einrichtungen würden der freien Selbstbestimmung des einzelnen dienen: "Mit Organisationen wie dem Weißen Kreuz oder dem Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft achten wir die Selbstbestimmung und die Freiheit jedes einzelnen Menschen, über seinen Lebensentwurf zu entscheiden. "(32) Denn diese evangelikalen Einrichtungen mögen einen Teilnehmer ohne größeren weiteren (geistlichen) Druck ziehen lassen, der eine solche "Therapie" abbricht, und sie mögen insofern etwas weniger radikal als andere sein. Diese Therapie geht aber nicht von einer wertneutralen Selbstfindungshilfe aus, sondern dem (in deren christlichen Sicht begründeten) Ziel, so viel Menschen wie möglich zu einem heterosexuellen Lebensstil zu führen. Ansonsten müssten diese Einrichtungen auch Angebote machen, dass Menschen, die sich in ihrem heterosexuellen Lebensstil unglücklich und unidentisch erleben, zu ihrer eigentlichen homosexuellen, queeren Identität finden. In Wirklichkeit besteht aber nur die Möglichkeit, an dieser "Therapie" in einer (nämlich heterosexuellen) Richtung teilzunehmen oder sie abzubrechen.

2016 schreibt der evangelikale Pfarrer Alexaner Garth aus Berlin in neuer, befreiender Nachdenklichkeit: "Es gibt einen (irgendwie richtigen) Satz, der aber Homosexuelle ins Mark trifft und ablehnt: 'Gott liebt den Sünder, aber er hasst die Sünde.' ... Ein Homosexueller ... wird die Ablehnung seiner Homosexualität immer als Ablehnung seiner gesamten Person verstehen. Wer mich wegen meiner eindeutig heterosexuellen Orientierung ablehnen würde, weist mich als Mensch zurück. Sexualität ist nicht ein Teil von mir, sondern gehört zu meiner Identität."(33) -
"Die Gefahr für die evangelikale Bewegung in Deutschland besteht nicht darin, dass sie sich für homosexuell empfindende Menschen öffnet, sondern dass sie dem Thema Sexualität eine Priorität einräumt, die sie nicht haben darf. Der Frage der sexuellen Orientierung gebührt kein status confessionis, an dem sich Heil und Unheil entscheiden. Das entscheidet sich allein an Jesus Christus."(34)



8. Es gibt Bibelstellen, die gegen Homosexualität sprechen, aber keine einzige von Jesus, der Zentrum der Bibel ist.

Hier muss die Kulturgeschichte fragen, was diese Bibelstellen genau bezeichnen und ob sie die heutigen Homosexuellen meinen. Das kann man - wissenschaftlich - fast eindeutig für alle entsprechenden Bibelstellen mit "Nein" beantworten. Dass ein Mensch eine eindeutige sexuelle Prägung, z.B. eine homosexuelle Persönlichkeit, hat (auch abweichende Hetero-Vorlieben), kam erst mit der Aufklärung (Anfänge in der Renaissance) (und ihrer - wie ich meine - sehr wohl christlichen Achtung der Einzelpersönlichkeit) in den Blick, genauso auch die romantische Liebe, die auf dem persönlichen Verliebtsein beruht. Vorher war die Ehe eine Zweckgemeinschaft, um z.B. den Hof zu bewirtschaften, das Königreich zu leiten usw. Dass individuelle Liebe dazu kam, war selten und wenn ja - ein seltener Glücksfall. Also: Alle ablehnenden Bibeltexte sehen Homosexualität als -sündige - Einzelentscheidung, die nichts mit der Gesamtpersönlichkeit des Menschen oder seiner Liebe zu tun hat und die er auch lassen könnte.


9. Zu den AT-Texten

1.Mose (Genesis) 1,27b: Wahrscheinlich aufgrund eines heteronormativen, ideologischen Vorverständnis wurde oft übersetzt: "schuf sie als Mann und Frau". Mathys betont, "daß die hebräischen Ausdrücke זכר und נקבה 'männlich' und 'weiblich' im biologischen Sinne meinen, also nicht einfach mit 'Mann' und 'Frau' wiedergegeben werden dürfen".(35) Karle weist hin "auf die fast schon ideologisch zu nennende Beschwörung der Zweigeschlechtlichkeit auf der Grundlage von Genesis 1,27 und der daraus resultierenden Vorstellung von der Ehe als Schöpfungsordnung Gottes, mindestens jedoch von der Ehe als der von Gott priviligierten Lebensform, die man sozialethisch meint, aus Genesis 1;27 ableiten zu können."(36)
Im hebräischen Text stehen eben nicht die Wörter für 2 Wesen, sondern die geschlechtlichen Eigenschaftswörter (männlich: sachar (זכר)) - weiblich: neqewah (נקבה))(37) (Ebenso finden wir im Neuen Testament, als Jesus Gen 1,27 zitiert, die griechischen Eigenschaftswörter ἄρσεν ("männlich") und θῆλυ ("weiblich"): Mk 10,5//Mt 19,4.(38)), die auch beide zusammen einem einzigen menschlichen oder tierischen Wesen beigegeben werden können. "Stefan Schreiner weist darauf hin, dass der adam in Genesis 1,27 in der jüdisch-rabbinischen Literatur gelegentlich 'als janusartiges zweigesichtiges oder als androgynes Zwitterwesen' .. vorgestellt wurde."(39) Der (Jeder) Mensch enthält also gemäß Gottes Schöpfung weibliche und männliche Anteile."the original image of the human being who is neither male or female, but "male and female" (Gen 1:27)."(40) Hier findet man eine entsprechende queer-gerechte Predigt zu: Gen 1,27. Deren individuelle Mischung macht das unverwechselbare Geschlecht eines einzelnen Menschen in der - vor allem - sozialen Geschlechtervielfalt (auch Gendervielfalt genannt) aus, in der Hetrerosexuelle, aber ebenso auch Homosexuelle, Queers ihren Platz haben. "Will man Genesis 1,27 und seiner Absicht einer Vollinklusion aller Menschen in den göttlichen Auftrag, Bild Gottes in dieser Welt zu sein, gerecht werden, erscheint es viel nahe liegender, die Unterscheidung männlich/weiblich als ein Kontinuum von A nach B zu betrachten - mit vielen 'In-Betweens' dazwischen. Die Etiketten 'Mann' und 'Frau' markieren demnach Pole mit vielen fließenden Übergängen - und kein ausschließliches Entweder-oder."(41) - "Andere gendertheoretisch arbeitende Theologinnen widersprechen .. der ... These, dass jeder Mensch entweder als Mann oder als Frau geschaffen sei ... Denn unter 2000 Neugeborenen habe mindestens eines eine intersexuelle Identität ... Theologische Interpretationen, die die Würde von intersexuellen Menschen verteidigen wollen, beziehen sich in ihrer Auslegung von Gen 1,27 auf die altkirchliche Interpretation des Verses, weil diese davon ausging, dass die Menschheit 'was originally created androgynos'".(42) Dazu passen auch die weiblichen Seiten, die wir in Gott selbst finden: Jes 66,13: "Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröste ich euch." - Jes 42,14: "Gottes Schmerz ... ist machtvoll eingefangen in dem Bild einer Frau, die sich schwer atmend vor Geburtsschmerzen windet."(43)
(Siehe auch die Überschreitung zweier starrer Geschlechtsrollen im Jesuswort Mt 19,12.) "While both creation accounts specify that God created people "male and female" ..., nowhere does the Bible specify that God created people only either male or female."(44)

1.Mose (Genesis) 2,18: Luther übersetzt eindeutig falsch mit "Gehilfin". Es muss mit "Hilfe" übersetzt werden. Das Althebräische kennt 2 Worte für "Hilfe": Das feminine "Äsrah" (עזרה) und das maskuline "Äsär" (עזר). Der biblische Text gebraucht hier nicht die weibliche, sondern die männliche Form "Äsär" für die Begleitung, die Adam, der Mann, auf seinem Lebensweg bekommen soll.

"Die Schöpfungserzählung thematisiert nicht vorrangig ein Sexualverhalten, sondern das Sozialverhalten des Menschen - und das kann er in durchaus unterschiedlichen Verhältnissen - auch sexuellen - realisieren."(45)
"Die biblischen Schöpfungserzählungen sind weit davon entfernt, die neuzeitlich-bipolare Ehe als Schöpfungsordnung zu begründen. Aus ihnen abzuleiten, dass allein eine Beziehung zwischen Mann und Frau schöpfungsgemäß sei, ist eine biblizistische Überhöhung ..., die weder der Intention der Schöpfungserzählungen noch dem gegenwärtigen fachwissenschaftlichen Diskussionsstand gerecht wird und überdies durch die Neuschöpfung in Christus eine grundlegende Relativierung erfährt."(46)


1.Mose (Genesis) 19,5+9: Die Sodomgeschichte spricht gegen sexuelle Gewalt, aber nicht gegen Homosexualität und ist interessanterweise die einzige Koran-Begründung für die moslemische Ablehnung von Homosexualität.
Das Alte Testament selbst zählt die Sünden der Sodomiter auf, und darunter findet sich nicht die Homosexualität: "die Schuld Sodoms ...: Hochmut, Überfluss an Essen, sorglose Ruhe ..., und sie half nicht dem Armen und Elenden." (Hesekiel 16,49)


3.Mose (Leviticus) 18,22 ("wie bei einer Frau" deutet daraufhin, dass er normalerweise mit Frauen Sex hat. - "Die Wendung 'wie man bei einer Frau liegt' könnte auch als Einschränkung aufgefasst werden, die die weiblichen Beziehungsverbote von Lev 18 auch auf männliche Beziehungen anwendet. So verstanden wären gleichgeschlechtliche Beziehungen eines Mannes nur zu bestimmten Männern seiner Verwandtschaft verboten"(47).);
20,13. "Greuel" (hebr. To'ewa (תועבה)) ist nicht ein ethischer Begriff, sondern ein kultischer. Es geht hier darum, sich als Monotheist deutlich von den Heiden abzugrenzen, die Vielgötterei betreiben. Speziell kannten die Nachbarvölker Israels die Kultprostitution. Man hatte im Tempel Sex als Symbol der Vereinigung mit einem der anthropomorph gedachten Götter. - "V 13 ... die Bibel würde alle homosexuellen Beziehungen verdammen. Dieser "Kurzschluss ist jedoch nicht gerechtfertigt."(48) - "Eine direkte Anwendung des biblischen Satzes (V 13) auf alle Formen homosexueller Betätigung ist damit nicht möglich".(49)

Der katholische Theologieprofessor der Universität Mainz Thomas Hieke fasst die Ergebnisse zusammen: "Damit kann ich als Bibelwissenschaftler festhalten: Eine Ablehnung von Homosexualität im heutigen Verständnis findet im Alten Testament kein Argument. Die Verurteilung homosexuell veranlagter Menschen zur Enthaltsamkeit lässt sich aus dem Alten Testament nicht ableiten."(50)

Außerdem: AT-Gebote gelten für Christen nur, wenn sie durch Jesus bestätigt wurden, z.B. 10 Gebote. Ansonsten dürften wir auch keine Mischgewebe tragen (3.Mose 19,19; hier auch wieder Symbol für die monotheistische Abgrenzung) und müssten die Todesstrafe gegen Gotteslästerung, Elternfluch und Okkultisten einführen (3.Mose 20,6+9; 24,16).(51)



Ruth 1,14: "Die hebräische Formulierung דבקה ב", "jemandem (fest) anhangen", "an jemandem kleben", mag nicht nur in Gen 2,24b, sondern auch in Ruth 1,14 eine sexuelle Konnotation haben, wo Ruth nicht von Naomi ablässt."(52) - "רות דבקה בה": "The Hebrew word that describes Ruth's clinging (davka) to Naomi is the same word used in Genesis 2.24 to describe the relationship of the man to the woman in marriage."(53) - "Mit 1 Kön 11,2 und Gen 34,3 finden sich zusätzlich Textstellen, wo hebr. דבקה ב eine sexuelle Konnotation in einem Verhältnis zwischen Mann und Frau(en) beinhaltet."(54)

2.Samuel 1,26: "Der Dichter wählt ein homosexuelles Bild für Davids Freundschaft. ... Wenn wir schwule Paare segnen, kann das Bibelwort von David und Jonathan eine Lesung sein."(55)
The "specific comparison that David makes between Jonathan's 'love' and 'the love of women' ... is somewhat unusual even within the framework of those ancient Near Eastern political 'love' relations to which biblical scholars frequently appeal."(56)

10. Zu den NT-Brieftexten

Homosexualität hatte im hellenistischen und römischen Kulturkreis bei Verheirateten einen Platz, und zwar einmal zur emotionalen Verstärkung eines Ausbildungsverhältnisses: Sparta-Militär; Athen-Bildung (hier vermutlich ohne Analverkehr) und immer als Ausdruck eines Abhängigkeitsverhältnisses: Der Herr ist der aktive beim Analverkehr, der Untergebene der Passive; z.B. Sex mit Sklaven oder Prostituierten.
Wenn 1.Tim 1,10 und 1.Kor 6,9 überhaupt von Homosexualität sprechen, dann kritisieren sie nicht grundsätzlich Homosexualität, sondern nehmen auf diese spezielle Form Bezug: "arsenokoitai" (ἀρσενοκοῖται (derjenige, der sich Sex aufgrund von Geld oder Macht nimmt) der aktive Beherrschende; malakoi (μαλακοὶ) (Weichlinge/männliche Prostituierte): der passive Unterworfene.(57)
Diese Unterdrückungs-Form von Sexualität (bei Homos und Heteros) widerspricht dem Zentralgebot oben unter Punkt 1.(58)

Das stärkste Gegenargument christlicher Homo-Gegner ist Röm 1,26-27. Das lässt sich auch nicht voll widerlegen und entspricht der Einsicht, dass Homosexualität auch kein modernes evangelisches Leitbild sein kann und nicht in der Schöpfung angelegt ist (Punkt 5). Trotzdem lässt auch diese Bibelstelle keinen anderen Schluss zu, als dass Paulus nur die in der Antike allein übliche Abhängigkeits-Homosexualität kannte. "den natürlichen Verkehr verlassen (μηταλάσσειν)" - diese Worte zeigen auch hier wieder, dass Homosexuelle, die Paulus kannte, den größeren Teil ihres Lebens heterosexuell lebten und meist verheiratet waren.(59) Es ist so, dass in der Römerbriefstelle hier "die paulinische Aussage 'keine permanente Präferenz desselben Geschlechts impliziert, wie sie der moderne Begriff der Homosexualität voraussetzt'"(60) So schreibt Stowers bei der Auslegung von Röm 1,26f: "'homosexuality' contains the very modern idea of 'sexuality', a stable disposition toward one of two sexes that is central to one's identity, psychology, and gender. ... evidence for anything like this is lacking from Greco-Roman antiquity."(61) Fredrickson schreibt: "Therefore, it is anachronistic and inappropriate to think that Paul condemns homosexuality as unnatural and praises heterosexuality as a reflection of the God-given order of things. ... The immediate problem is passion, not the gender of the persons having sex."(62)
Selbst also Röm 1 wie alle anderen Bibelstellen, die sich kritisch zu homosexuellem Sex äußern, kennen und meinen nicht die homosexuelle Persönlichkeitsprägungen, wie sie sich seit ca 200 Jahren entfalten können.

Der katholische Professor für Neues Testament an der Universität Tübingen stellt zusammenfassend fest: "Gibt es aber nach den heutigen Humanwissenschaften dauerhafte gleichgeschlechtliche Orientierungen oder Veranlagungen ..., fallen die paulinischen Texte für eine ernsthafte theologische Anthropologie ... als Argumentationsinstanz aus. Mit Stegemann ... gilt, dass eine Lektüre der biblischen Texte am hermeneutischen Leitfaden dessen, was wir heute unter 'Homosexualität verstehen, anachronistisch ist."(63)



11. Jesus

Hier finden wir nur eventuelle Andeutungen:

Mt 19,12a: "eisin gar eunuchoi hoitines ek koilias mätros egenäthäsan hutos." (εỉσὶν γὰρ εὐνοῦχοι ὅιτινες ἐκ κοιλίας μητρὸς ἐγενήθησαν οὕτος): "Denn es gibt Eunuchen, die vom Mutterleib an so geboren wurden."
Zunächst haben wir es bei diesem Satz mit einem "wahrscheinlich auf Jesus selbst zurückgehenden Wort"(64) zu tun. Auch Braun vermutet, dass es "von Jesus selbst stammt."(65) Mehrheitlich gilt in der Exegese dieses Verses: "most scholars consider it original to Jesus because of ... the semitic structure of the declaration, and the novelty of the proposal."(66) Wolff unterstreicht seine Aussagen, es sei "die Annahme eines jesuanischen Ursprungs de5 Logions gerechtfertigt"(67), in Anmerkung 29 mit einer Aufzählung mehrerer Exegeten, die dieselbe Ansicht vertreten.(68)
Die exegetische Diskussion geht darum, wer diese "eunuchoi .. ek koilias mätros" "εὐνοῦχοι .. ἐκ κοιλίας μητρὸς" sind. Im Rückgriff auf rabbinische Parallelen übersetzt Grundmann mit "zum Geschlechtsleben Unfähige"(69). Ebenso sagt McNeill, "the term "eunuch" in the New Testament is used … also in a symbolic sense for all those who for various reasons do not marry and bear children."(70).
Wegen des antiken Sprachgebrauchs der Wendung "geborene Eunuchen" gibt es gute Gründe, sie als Homosexuelle anzusehen. Faris Malik hat gründlich die antiken Quellen durchforscht, viele Belege für diese Deutung gefunden und die Ergebnisse mit dem Titel "Born Eunuchs": Homosexual Identity in the Ancient World"(71) ins Internet gestellt.
Zum Beispiel zitiert Clemens von Alexandrien in Stromata III,1,1 eine sehr frühe Auslegung dieses Verses aus der Mitte des 2. nachchristlichen Jahrhundert (wohl von Basilides), die "Eunuch" hier als Beschreibung der sexuellen, natürlich-anlagebedingten Orientierung ("eine natürliche Abneigung gegen die Frau von Geburt an") versteht und sehr queer-modern von unterschiedlichen (natürlich-anlagebedingten) geschlechtlichen Eigenschafts-Mischungen in jeder Persönlichkeit ausgeht, z.B. hier der Mischung des körperlich-männlichen Geschlechts mit dem Genderverhalten der Abneigung gegenüber Frauen: "Ὲξηγοῦνται δὲ τὸ ῥηὸτν ᾧδέ πως φυσικήν τινες ἔχουσι πρὸς γυναῖκα ἀποστροφὴν ἐκ γενετῆς, οἵτινες τῇ φυσικῇ ταύτῃ συνκράσει χρὠμενοι καλῶς ποιοῦσι μὴ γαμοῦντες."(72) (Übersetzung: "Sie legen den Vers etwa so aus: Manche haben von Geburt an (ἐκ γενετῆς) eine natürliche Abneigung gegen die Frau (φυσικήν ... πρὸς γυναῖκα ἀποστροφὴν). Diejenigen, die mit dieser natürlichen (Eigenschafts-)Mischung behaftet sind (τῇ φυσικῇ ταύτῃ συνκράσει χρὠμενοι), tun gut daran, nicht (heterosexuell) zu heiraten."(καλῶς ποιοῦσι μὴ γαμοῦντες)) "The ancient stereotype of "natural" or "born" eunuchs sounds hauntingly like the modern stereotype of gay men as effeminate sissy-boys"(73).
So kann also Jesu Aussage in Mt 19,12a gut begründet auf Homosexuelle bezogen werden:
"'the eunuch was persona non grata both socially and religiously"(74) "In Matthew 19:10-12, Jesus acknowledges three different types of sexual minorities. Jesus acknowledges that some people are sexual minorities from birth."(75) "Jesus is not here talking about men with genital deformities. The only realistic conclusion is that he is talking abou8 perfectly normal men with a sexual orientation that is not heterosexual. Prima facie Jesus seems to be acknowledging that homosexuals are an international part of God's creation and they are born that way."(76)
A "study of ancient perspectives on eunuchs reveals a ...'third type of human' embodying ... sexual transgression."(77)"No matter how You view it, the figure of the eunuch as both a physical body and a social identity radically undermines the foundational assumptions used to reinforce the conservative heterosexist reading of the Bible, precisely because this body and this social identity threatens the sacred boundaries between male and female. The kingdom of heaven resides in between, ...in the ... figure of sex-gender transgression."(78) (Siehe auch oben die Auslegung zu Genesis 1,27.) "The implications ... are quite radical, because the logion is suggesting that sex-gender transgression is a biblically sanctioned identity practice."(79) "In the saying of Mt 19.12 there is absolutely no suggestion that to be a eunuch is to be someone who is in any way in need of 'fixing', 'healing' or 'reintegrating' into society. Jesus heals the blind, the paralyzed, the possessed, ... even the dead ... Instead, the eunuch is held up as the model to follow."(80) - "Jesus' response presents a figure that is 'third gender,".., the eunuch, ... persons in borderland"(81). "Jesus chose a picture that violated masculine identity. And even more controversial, this 'unmanly' image was directly identified with 'the Kingdom of heaven.'"(82) "- "The eunuch saying in Matthew 19:12 ... represented a different type of place, breaking with the organisation of space into male and female ... In modern categories we might speak of this as queer place, i.e., twisting the categories".(83) - "The eunuch breaks with the masculine role ... Therefore ... the household in the kingdom has been 'queered'."(84)
"Mt 19,12 ... lässt sich diese biblische Einsicht im Grunsatz auf Menschen mit einer homosexuellen Orientierung übertragen."(85)
"The implication of his statement is profound - God created gay people the way they are! Jesus says so. … He speaks no word of condemnation. Rather he lists people born gay alongside another honored class (eunuchs for the kingdom)".(86) - "The first category - those eunuchs who have been so from birth - is the closest description we have in the Bibel of what we understand today as homosexual."(87). "this refers to those whom we call homosexual. ... In effect, Jesus in this saying about eunuchs has not only entered queer space, but has 'queered' the discussion of marriage."(88) - "to use the eunuch figure was to employ a metaphor that infracted masculine identity. .. This renders a 'queer Jesus', where queer means protest against fixed categories ... . 'Jesus was an ascetic who transgressed the boundaries of what it meant to be male in first-century Palestine. Moreover, he introduced that transgression as chracteristic of the kingdom'"(89)
Dies würde bedeuten, dass Jesus dann sehr neutral von Homosexuellen spricht und Homosexualität im Sinne einer anlagemäßigen - von Mutterleib an - Persönlichkeitsprägung beurteilt.

Mt 5,22: "hos d'an ejpä to adelpho autu: "raka" (ῥακά) - enochus estei to sunedrio." (ὃς δ’ ἂν εἴπῃ τῷ ἀδελφῷ αὐτοῦ· ῥακά, ἔνοχος ἔσται τῷ συνεδρίῳ): "Wer zu seinem Bruder sagt: 'Rak(ch)a', wird dem (Spruch des) Hohen Gericht verfallen sein."
Beim griechisch geschriebenen, aber nichtgriechischen Wort ῥακά ("raka") muss es sich um eine direkte Übertragung aus dem aramäischen Wortschatz Jesu handeln. Oft wird es von "rekah" ("leer" - "Hohlkopf") abgeleitet. Dann wäre es aber im Griechischen auch "reka" geschrieben worden. Wahrscheinlicher ist aber, dass es vom aramäisch-hebräischen "rach" ("weich") herstammt. Dafür spricht auch, dass sich in wichtigen Handschriften (immerhin die Urschrift des Codex Sinaiticus und Codex Bezae (90)) statt "raka" das Wort "racha" (ραχα) findet. "ραχα ... ist augenscheinlich die 'schwerere' Lesart".(91)
"racha" ist dann die weibliche Form "Weiche".(92) "One intriguing possibility is ... actually the Hebrew rakha (soft), and carries connotations of effeminacy and weakness."(93) Die Wortbedeutung beinhaltet: "'passive-effeminate male homosexual'"(94) Es wird weiterhin als Adjektiv eines Mannes verwendet, um seine Homosexualität verächtlich zu machen, ähnlich wie die Benennung "malakoi" (μαλακοὶ) in 1.Kor 6,9 (S.o. Kap.11.) oder heutige Schimpfworte "Schwuchtel" oder "Faggot". "there is a New Testament passage, that may indeed throw light on Jesus' view of same-sex behaviour. ... Textual scholarship has suggested that raca comes from a Semitic root word ... that is also related to the Hebrew rakh, meaning 'soft' (used in modern Hebrew to mean 'gay')." (95) - "it is actually a transliteration of the Aramaic rakkah ..., which means 'to be tender; weak; soft.' ... we now have the only words recorded as spoken by Jesus on the subject od homosexuality - anyone who ridicules them is condemned by Jesus' own words." (96)
Das bedeutet dann, dass Jesus Christus (praktizierende) Homosexuelle vor diskriminierender Beschimpfung in Schutz nimmt, gleichzeitig ihre sexuelle Praxis nicht kritisiert, sondern diejenigen, die diskriminieren, und ihnen schwere Strafen androht.

Mk 10,7: Nicht nur sagt diese Stelle in Mk 10,6//Mt 19,4, dass der Mensch nicht als Mann und Frau, sondern männlich und weiblich geschaffen wurde (siehe oben zu 1.Mose 1,27b), sondern in Mk 10,7//Mt 19,5 lesen wir auch geschlechtsneutral, dass der Mensch (άνθροπος, nicht der Mann) seinen Vater und seine Mutter bei der Begründung einer Partnerschaft verlassen wird. Den Zusatz "und wird an seiner Frau hängen" finden wir nur in Mt 19,5, in Mk 10,7 dagegen fehlt dieser Zusatz bei den besten Handschriften, z.B. Sinaiticus und Vaticanus (97), schlechtere Handschriften enthalten diesen Zusatz (και προσκολληθησεται προς την γυναικα αυτου), der ein nachträglicher Eintrag vom Matthäus-Evangelium her sein dürfte.Da das Matthäus-Evangelium das jüngere Evangelium ist und Markus als das ältere Evangelium zur Grundlage hat, dürfte die kürzere Markusfassung die Worte Jesu widergeben, die dann nicht auf eine heterosexuelle Ehe beschränkt sind, sondern zur Begründung jeder Form von Beziehung passen.

(Lk 17,34)

12. Der emanzipierte katholische Theologe und Psychotherapeut Dr. Wunibald Müller fasst den exegetischen Befund gut zusammen: "Keine Aussage findet man in der Bibel über eine ganzheitliche homosexuelle Beziehung. Man würde die Möglichkeiten der Bibel überfordern und auch ihrer eigentlichen Bedeutung nicht gerecht werden, wollte man aus den wenigen, zum Teil sehr vagen Aussagen der Bibel über Homosexualität und homosexuelles Verhalten eine Stellungnahme zu einem so komplizierten und sehr differenziert zu behandelnden Phänomen herauslesen, wie homosexuelle Orientierung oder homosexuelle Liebe, wie sie in einer ganzheitlich gelebten homosexuellen Beziehung zum Ausdruck kommen kann."(98)

"Die in unserer Zeit gebrauchten Wörter 'Homosexualität' und 'homosexuell' sind eben moderne Begriffe und damit der Bibel und ihrem kulturellen Umfeld fremd."(99)
"Die Möglichkeit einer sexuellen Disposition, die Menschen nicht selbst zu verantworten haben, und ein verantwortlicher Umgang mit dieser Disposition in einer partnerschaftlichen Beziehung liegen nicht im Horizont der biblischen Schriften."(100)
Der Horizont biblischer Schriften findet sich dagegen eher hier: "Bestimmte sexuelle Aktivitäten sind Eigenschaften von Völkern, weltanschaulichen Gruppierungen. Die eigene Gruppe kann sich geradezu über die Abgrenzung von 'sexuell devianten' Kulturkreisen konstituieren ..., nicht so zu sein wie 'die anderen'. Das sexuelle Begehren ist daher nicht das unergründliche Geheimnis eines Individuums, zu dem es im 19. und 20.Jahrhundert durch Sexualwissenschaft und Psychoanalyse wird."(101)

13. "Kardinal Hume fordert, dass die Kirche homosexuelle Frauen und Männer nicht nur als vollwertige Menschen anerkennt, sondern in ihren aufrichtigen Liebesbeziehungen auch eine Liebe zu akzeptieren bereit ist, die das göttliche Konzept zwischenmenschlichen Zusammenseins anreichert und zur höchsten Blüte führen kann. 'Eine Pathologisierung dieser Liebe ist durch keine Hl.Schrift gerechtfertigt.'"(102)
Dazu veröffentlichte der katholische Priester und Vatikan-Professor Krzysztof Charamsa nach seinem Outing im Oktober 2015 ein 10-Punkte-Manifest - mit der 7.These: "Revision der Interpretation der biblischen Texte zur Homosexualität".(103)

Es ist in der Tat nur schwer nachvollziehbar, wie ein Christ, der aus dem Geist der Liebe Jesu lebt (selbst dann, wenn er überzeugt ist, dass Homosexualität Sünde ist) Zeit dafür verwendet/verschwendet, homosexuellen Paaren, die in ihrer Liebe friedlich gegenüber anderen sind und so glücklich wie niemals zuvor, in keiner Weise leiden und sich gegenseitig bereichern und beglücken, zu erzählen, dass sie durch ihre Beziehung Sünder sind; und dies zu tun angesichts einer Welt voll Hass, Terror, Krieg, Gewalt, Vertreibung, Hunger, Folter und Qual von Menschen durch Menschen. Es müsste doch jedem aus dem Heiligen Geist lebenden Christen deutlich werden, dass diese zuletzt genannten Beispiele von Not der größte und eigentliche Verstoß gegen Gottes Willen ist, weil es dort Opfer und Täter gibt und dass ein Christ in dieser gefallenen, sündigen Welt ein Leben lang genug zu tun hat, diese Sünde und dieses Leid zurückzudrängen und leidenden Menschen daraus zu helfen.



14.Der Mangel der paradiesischen Vollkommenheit, ohne dass dadurch andere geschädigt werden, kann nicht automatisch Verzicht bedeuten, sondern Christen müssen dabei versuchen, einen für den Menschen bestmöglichen Weg zu finden. Zwar ist zum Beispiel Behinderung nicht paradiesisch und nicht Leitbild für Gesundheit, trotzdem versuchen wir als Christen, Behinderte so weit wie möglich mit ihrer Behinderung in unsere Gemeinschaft zu integrieren. "Auf kirchlicher Seite gilt es alles zu vermeiden, was es homosexuellen Menschen erschwert, zu ihren homosexuellen Gefühlen zu stehen."(104) - Es wird "eine Gesellschaft und eine Kirche, die homosexuell veranlagte Menschen ausgrenzt und ihnen dadurch die Möglichkeit zu einer verbindlichen und verantworteten Lebensgemeinschaft verweigert, an diesen Menschen und ihrer Würde vor Gott schuldig".(105) - "Aufgabe von Seelsorge und Spiritualität kann es sein, homosexuellen Menschen zu helfen, zu einer klaren Bejahung ihrer homosexuellen Gefühle zu finden."(106)

15. Sehr schlecht überlegt sind Behauptungen, Toleranz gegenüber Homosexualität könne nicht christlich sein, weil sie dem Zeitgeist entspreche. So wirft der damalige Kölner Kardinal Meisner im Jahr 2013 der Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland "Zwischen Autonomie und Angewiesenheit"(107), die queer- und homofreundlich ist (108), vor, sie sei „von Anfang an inspiriert vom Zeitgeist und nicht vom Heiligen Geist und nicht vom Evangelium”.(109) Diese Art der Argumentation würde bedeuten, dass christliche Ethik immer das Gegenteil vom Zeitgeist (also der gerade herrschenden Mehrheitsmeinung) vertreten müsse.
Tatsächlich ist christliche Ethik vollkommen unabhängig vom Zeitgeist und geht mal mit ihm und mal gegen ihn. Maßstab christlicher Ethik ist allein die Liebe Jesu. Was der Zeitgeist sagt, ist bei dieser Beurteilung vollkommen unerheblich, weder zu prüfen noch zu beachten, weder zu kopieren noch zu negieren.

In Wirklichkeit hat sich ein großer Teil der Christenheit fast 2000 Jahre vom Zeitgeist abhängig gemacht und das Liebesgebot Jesu nicht beachtet, indem Sklaverei und Apartheid hingenommen wurde und Frauen benachteiligt wurden. Als "der Zeitgeist" hier befreiende Gedanken hervorbrachte, haben Kirchen sich mehr oder weniger schnell auch gegen die Sklaverei und für die Gleichberechtigung der Frauen eingesetzt. Dies war zutiefst christlich. Faktisch lief diese Veränderung parallel zum Zeitgeist. Genauso muss homophoben Christen vorgeworfen werden, dass sie fast 2000 Jahre wie der Zeitgeist homophob waren und damit ethisch verwerflich und unmoralisch handelten, nicht die Liebe Jesu geachtet haben und es auf dieser Basis fast 2000 Jahre versäumten, gegen diesen homophoben Zeitgeist anzukämpfen. Pfarrer Klaus Douglass schreibt: "Auch die Apartheid in Südafrika wurde - ebenso wie die Sklaverei - seinerzeit 'biblisch' begründet ... . Aber das Urteil der Geschichte ist über diese Art von Bibelauslegung hinweggegangen. Heute zweifelt kaum ein Mensch mehr daran, wer sich hier versündigt hat und wer nicht. Ähnlich wird eines Tages das Urteil der Geschichte über den Umgang heterosexueller Christen mit Homosexuellen lauten."(110)
Die immer schon in der Liebe Jesu fundierte Akzeptanz von Homosexualität wird heute von vielen Christen vertreten. Weil sich dies parallel zum Zeitgeist entwickelt, ist es nicht weniger und auch nicht mehr wahr. Aber diese Akzeptanz hätte aus christlich-ethischer Sicht schon immer vertreten werden müssen, auch als es dem Zeitgeist heftigst widersprach.

In den letzten Jahren gab es auch bei einigen kleineren christlichen Kirchen einen erstaunlichen Wandel: 2014 sagte Pastor Peter Jörgensen, Beauftragter der Vereinigung Evangelischer Freikirchen am Sitz der Bundesregierung: "Viele Freikirchler verstünden sich nicht als Evangelikale, etwa im baptistischen Bereich, und teilten damit auch nicht deren kritische Haltung zur Homosexualität."(111) (Siehe auch oben Anmerkung 18.)
Seit 2009 können schwule und lesbische Paar der Neuapostolischen Kirche sich für ihre Partnerschaft mit einem Segensgebet segnen lassen.(112)



16.Schließlich kann bei einem angemessenen ethischen Urteil von Homosexualität nicht nur wie von einer Sache (ohne menschlich-seelische Dimension) geredet werden, wie z.B. bei der Frage, ob Kaffee schädlich oder gesund ist. Weil viele christliche Homosexuelle - wie viele christliche Heterosexuelle - ihre Beziehung nicht in erster Linie auf Sex aufbauen (und Sex im Alter manchmal ganz in den Hintergrund tritt), sondern auf einer tiefen menschlichen Verbundenheit mehr als mit jedem anderen Menschen, auf einem Erleben des Partners als der größten Glücksquelle auf dieser (vergänglichen) Welt, auf Mitgefühl und Füreinanderdasein in Freude und Leid (siehe oben Punkt 2) und weil diese Verbundenheit dem christlichen Liebesgebot entspricht und dabei niemand anderen schädigt, kann man als Christ daran nicht vorbeigehen, dass hier vieles sehr Schöne und Positive gemäß den Lebensregeln Jesu geschieht, auch wenn die Form nicht dem paradiesischen Ideal entspricht. Hierzu noch einmal der schon oben (Kap.7) zitierte freikirchliche Pfarrer Wolf Bruske: Es betrifft "Homosexualität ... bei Homosexuellen ... nicht nur das sexuelle Verlangen .., sondern den ganzen Menschen. Homosexuelle sind nämlich nicht nur im Bett schwul oder lesbisch, sie sind es mit ihrer ganzen Persönlichkeit, sie wären sonst nicht die Menschen, die sie sind."(113)
Hierzu noch einmal der schon zitierte (Kap.13) katholische Theologie-Professor Krzysztof Charamsa: "Meine Freude und meine Freiheit verdanke ich dem Mann, den ich liebe: Eduard, mein Partner, konnte die besten Energien aus mir herausholen und Reste von Angst in die Stärke unserer Liebe umwandeln."(114)
Dazu schreibt Stephan Goertz, katholischer Professor für Moraltheologie an der Universität Mainz: "Zwischen Neigung oder Tendenz und dem konkreten Verhalten muss dann nicht länger ein moralischer Trennstrich gezogen werden. Vor allem aber kann nun die Liebe von Homosexuellen positiv bewertet werden. Die moralische Abwertung von Liebe ist die eigentliche Perversion, die einer christlichen Moral widerfahren kann."(115)
2016 hatte der "Münchner Erzbischof und Vorsitzende(n) der deutschen Bischofskonferenz Marx .. nach dem Massaker in einem Homosexuellen-Club in Orlando gefordert, die Kirche müsse sich dafür entschuldigen, dass sie Homosexuelle in der Vergangenheit an den Rand gedrängt habe."(116)

Denn Jesus Christus förderte alles liebevolle Verhalten zwischen Menschen. Genau dass ist aber bei einer auf Dauer angelegten Homo-Beziehung gegeben.


"Vermeintliche heterosexuelle 'Normalbiographien' dürfen, wie immer mehr evangelische Christinnen und Christen finden, auch in der evangelischen Kirche nicht zum Maßstab für das Angebot der geglaubten Zusage und des Segens Gottes gemacht werden."(117)
"Mit dem theologisch zentralen Wert der Personwürde ist die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften nicht zu vereinbaren. ... Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind ... in demselben verantwortungsethischen Horizont wie die heterosexuelle Ehe zu beurteilen."(118)

Hier einige online-gestellte Liturgien und Abläufe von schwul-lesbischen Segnungs-Gottesdiensten:

- Altkatholiken

Evangelisch-Lutherische Landeskirche von
- Kurhessen-Waldeck
- Hessen-Nassau
- Rheinland
- Westfalen.

"Widerlegt scheint durch empirische Untersuchungen der Verdacht, dass Kinder, die einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft aufwachsen, selbst eher zu einer gleichgeschlechtlichen Orientierung gelangen. Ob sich darüberhinaus das Fehlen eines gleichgeschlechtlichen Elternteils ... negativ auf die kindliche Entwicklung auswirkt, ist aufgrund neuerer Untersuchungen eher fraglich - teilweise gelangt man sogar zu gegenteiligen Erkenntnissen."(119)



Hier finden Sie eine queere Auslegung adventlich-weihnachtlicher Bibelstellen.

Hier finden Sie eine queere Auslegung der Geschichte von Jakobs nächtlichem Kampf am Jabbok (1.Mose 32,23-33).(120)
Jakob und Esau sind 2 Menschen mit männlichem Körper und doch mit so unterschiedlichem Gender, mit so unterschiedlichen geschlechtstypischen Eigenschaften, die in konservativer Sprache als "weiblich" und "männlich" bezeichnet würden. (121)



Vgl. die Einbindung dieses Themas in eine allgemeine, umfassende Theorie und systematische Philosophie (der Wirklichkeit) und Theologie Christlicher Glaube und christliche Ethik unter Einbeziehung postmoderner Relativität, Kapitel 2.4.5.3.3..

Vgl. auch die kritische Analyse eines homophoben Vatikandokuments zur Homosexualität.


  1. idea Spektrum 4/2014, S.15 (idea = "Informationsdienst der Evangelischen Allianz")
  2. a.a.O.
  3. a.a.O.
  4. a.a.O.
  5. a.a.O.
  6. a.a.O.
  7. a.a.O.
  8. Douglass, Klaus: Vorwort, in: Hinck, Valeria: Streitfall Liebe. Biblische Plädoyers wider die Ausgrenzung homosexueller Menschen, München 2003, 7-11. 11
  9. Internet-Artikel "Studie: Äußere Einflüsse machen junge Schwule zu Selbstmördern"
  10. Müller,Wunibald: Größer als alles aber ist die Liebe. Für einen ganzheitlichen Blick auf Homosexualität, Kevelaer 2014 (=Müller), 18
  11. Müller, 105
  12. Drobinski, Matthias: "Wenn die Lust über einen kommt" Auch Priester brauchen Beistand, gerade wenn es um ihre Sexualität geht. Wunnibald Müller hilft ihnen seit 25 Jahren (Interview), Süddeutsche Zeitung vom 4.1.2016, S.5
  13. Bullion,Constanze von: In Gottes Namen, Süddeutsche Zeitung vom 18.6.2015, S.3
  14. a.a.O.
  15. so zitiert im Artikel "Homosexualität ist zu einer Art Religion geworden" des evangelikalen Wochenmagazins idea Spektrum 44/2009 (S.12) aus einem Artikel von Philipp Gut in der Schweizer Zeitung "Weltwoche"
  16. "Salz&Licht" 2/2009, S.7
  17. idea Spektrum 8/2014, S.8
  18. idea Spektrum 4/2014, S.15
  19. idea Spektrum 4/2014, S.15
  20. Meyer, Axel: Adams Apfel und Evas Erbe, München 2015, S.298f
  21. wikipedia-Artikel (dt): Exodus International
  22. Newcomb,Alyssa: "Exodus International: 'Gay Cure' Group Leader Shutting Down Ministry After Change of Heart", ABC News, 20.06.2013
    Vgl. auch die vorletzte Spalte des Artikels: Richter,Nicolas: Oh Boy. James Guay liebt Männer. Als sein Vater davon erfährt, sagt der: "Wir kriegen dich wieder hin." Wie christliche Fundamentalisten in den USA Schwulen das Schwulsein austreiben wollen, Süddeutsche Zeitung vom 2.1.2015, Seite 3
  23. Artikel: Exodus-Vizechef Randy Thomas. Weiterer Ex-Homoheiler outet sich (queer.de vom 13.1.2015)
  24. Vorletzter Absatz auf seinem Blog An Open Apology to the Gay Community
  25. Letzter Absatz auf seinem Blog Gay Marriage And Public Policy: Personal Reflection, Apology
  26. Letzter Satz auf seinem Blog: A Peaceful Disclosure ...
  27. Phillips, Bianca: " Love, Action, & Evolution. The Making of a Documentary on Love in Action Inspired a Change in a Local 'Ex-gay' Leader", Memphis Flyer, 20.10.2011
  28. Artikel "Ex-Anti-Schwulen-Aktivist heiratet seinen Freund", "Die Welt", 25.11.2014
  29. Cruz, Eliel:"'I won’t be a weapon anymore,' says former symbol of ex-gay movement", RNS (Religious New Service), 9.12.2014
  30. Richter,Nicolas: Oh Boy. James Guay liebt Männer. Als sein Vater davon erfährt, sagt der: "Wir kriegen dich wieder hin." Wie christliche Fundamentalisten in den USA Schwulen das Schwulsein austreiben wollen, Süddeutsche Zeitung vom 2.1.2015, Seite 3
  31. Kreß, Hartmut: Gleichgeschlechtliche Partnerschaften ohne und mit Kindern. Persönlichkeits- und Kinderrechte als Maßstab der Ethik - Probleme der Kirchen, in: Evangelische Theologie 73, Heft 5 (2013), 364-376, 376, auch Anmerkung 53
  32. idea Spektrum 51-52/2012, S. 8
  33. Garth, Alexander: Die Sexualität darf uns als Christen nicht trennen!, in: idea Spektrum 1/2016, S. 19
  34. a.a.O.
  35. Mathys, Hans-Peter: Ebenbild Gottes - Herrscher über die Welt. Studien zu Würde und Auftrag des Menschen, Neukirchen-Vluyn 1998, 46
  36. Karle, Isolde: "Da ist nicht mehr Mann noch Frau ..." Theologie jenseits der Geschlechterdifferenz, Gütersloh 2006, (=Karle) 223
  37. So z.B. folgende Bibelübersetzungen: Bibel in gerechter Sprache, Gütersloh 2006: "männlich und weiblich hat er, hat sie, hat Gott sie geschaffen." -
    Gute Nachricht Bibel. Altes und Neues Testament. Mit den Spätschriften des alten Testaments, Stuttgart 2006, Seite 4, Anmerkung d: "Wörtlich männlich und weiblich schuf er sie." -
    von Rad, Gerhard: Das erste Buch Mose. Genesis Kapitel 1 - 12,9, ATD 2, Göttingen 1949, 35: "männlich und weiblich schuf er sie" -
    "Genesis 1:27b ('male and female made he them')" Jewett, Paul K.: Man as male and female, Grand Rapids 1978, 33 -
    New International Version, Colorado Springs 1984: "male and female he created them."
  38. So z.B. folgende Bibelübersetzungen zu Mk 10,6: Bibel in gerechter Sprache, Gütersloh 2006: "schuf Gott die Menschen männlich und weiblich". -
    Grundmann, Walter, Das Evangelium nach Markus, ThHK 2, 8.Aufl, Berlin 1980, 268: "schuf sie (Gott) männlich und weiblich." -
    New International Version, Colorado Springs 1984: "God 'made them male and female.'"-
    The New Testament of our Lord and Saviour Jesus Christ, Authorized (King James) Version, The Gideons International, London 1989: "God made them male and female."
  39. Karle, 226
  40. Loader, William: The New Testament on Sexuality, Grand Rapids/Michigan, Cambridge/UK 2012, 472
  41. Karle, 227
  42. Tietz,Christiane: Ebenbildlichkeit. Vom androgynen Menschen zum zweigeschlechtlichen Gott. Die Rezeption von Gen 1,27 in der Geschichte der christlichen Dogmatik, in: Morgenstern,Matthias, Boudignon, Christian, Tietz,Christiane (Hrsgg.): männlich und weiblich schuf er sie. Studien zur Genderkonstruktion und zum Eherecht in den Mittelmeerreligionen, Göttingen 2011, 119-138, 135
  43. Mollenkott, Virginia R.: Gott eine Frau? Vergessene Gottesbilder der Bibel, 3. Aufl. München 1990, 21
  44. Jung, Patricia B.: Christianity and Human Sexual Polymorphism: Are they compatible?, in: Sytsma, Sharon E.: Ethics and Intersex, Dordrecht 2006, 393 - 309, 307
  45. Lämmermann,Godwin: Christliche Homophpobie? Oder: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, in: Breckenfelder,Michaela (Hrsg): Homosexualität und Schule. Handlungsfelder-Zugänge-Perspektiven, Opladen/Berlin/Toronto 2015, 55-69, 67
  46. Karle, Isolde: Liebe in der Moderne. Körperlichkeit, Sexualität und Ehe, Gütersloh 2014 (=Karle,Liebe), 127
  47. Hieke,Thomas: Levitikus, Zweiter Teilband: 16-27, Herders Theologischer Kommentar zum Alten Testament, Freiburg 2014 (=Hieke), 689
  48. Hieke,797
  49. Hieke,798
  50. Hieke, Thomas: Kennt und verurteilt das Alte Testament Homosexualität?, in: Goertz,Stephan: "Wer bin ich, ihn zu verurteilen?" Homosexualität und katholische Kirche, Freiburg/Basel/Wien 2015, 19-52, 52
  51. "Man kann die Anweisungen der Heiligen Schrift nicht eins zu eins auf unsere Zeit übertragen. Dem stimmen auch sehr konservative Geister zu über Aussagen z.B. zu Krieg, Todesstrafe, Ehescheidung, Reinheitsvorschriften, Sklaverei, Frauen in geistlichen Leitungsämtern usw. Nur in dem Punkt, wie man Homosexualität zu bewerten habe, fordert man die zeitlose Gültigkeit biblischer Aussagen." (Garth, Alexander: Die Sexualität darf uns als Christen nicht trennen!, in: idea Spektrum 1/2016, S. 18)
  52. Hügel, Karin: Queere Lesarten der hebräischen Bibel. Das Buch Ruth und die Schöpfungsgeschichte, in: Isherwood, Lisa, u.a.: Wrestling with God. En lucha con Dios. Ringen mit Gott, Leuven 2010, 173-192 (= Hügel), 177
  53. Guest,Deryn/Goss,Robert E./West,Mona/Bohache,Thomas: The Queer Bible Commentary, London 2006 (= Queer,Commentary), 191
  54. Hügel, 177, Anm.9
  55. Theißen, Gerd: Glaubenssätze. Ein kritischer Katechismus, Gütersloh 2.Aufl. 2012, 388
  56. Queer Commentary, 206
  57. "there is only a single reference to homsexual acts in the Pauline writings .... If one is simply to pick a likely context from which to derive the meaning of "μαλακοὶ", prostitution ... is by any reasonable standard a much better candidate". - "Clearly "μαλακὸς" had no necessary or particular relation to homosexuality in the literature of Paul's time." (Boswell,John: Christianttiy, Social Tolerance, and Homosexuality. Gay People in Western Europe from the Beginning of the Christian Era to the Fourteenth Century, Chicago/London 1980 (=Boswell), 341) "The claim that this word "obviously" means "homosexual" defies linguistic evidence and common sense." (Boswell, 342)
    "Perhaps the most extensive evidence that "ἀρσενοκοῖται" did not connote "homosexual" or even "sodomite" in the time of Paul is offered by the vast amount of writing extant on the subject of homoerotic sexuality in Greek in which this term does not occur." (Boswell, 345)
    "Saint Thomas Aquinas, in the thirteenth century, was the first really influential theologian to use the passage from 1 Corinthians as scriptural basis for hostility to homsexual behaviour". - "There is no reason to believe that either "ἀρσενοκοῖται" or "μαλακοὶ" connoted homosexuality in the time of Paul or for centuries thereafter, and every reason to suppose that, whatever they came to mean, they were not determinative of Christian opinion on the morality of homsexual acts." (Boswell, 353)

    "Our question is, whether same-sex couples may live in loving, committed relationships with the blessing of God. The term malakoi does not address that."(Miner,Jeff; Connoley,Tyler: The Children are free. Reexamining the Biblical Evidence on Same-sex Relationships, Indianapolis 2001 (=Miner),18) - "There are hundreds of Greek writings from this period that refer to homosexual activity using terms other than arsenokoitai. ... Apparently Paul was trying to refer to some other obscure type of behaviour." (Miner,19) - "It is sufficient to note that Paul's terminology manifestly does not address the type of behaviour we ar asking about - two people of the same sex who love each other dearly and live in committed relationship." (Miner,22)
    "So the conclusion is that malakos simply does not refer to same-sex activity."(Helminiak,Daniel A.: What the Bibel Really Says about Homosexuality, Novatoo/USA 2000 (=Helminiak), 109) - "if arsenokoitai does refer to male-male sex, these texts do not forbid male homogenitality as such." (Helminiak, 115)
    "the malakos points to the effeminate call-boy, then the arsenokoites in this context must be the active partner who keeps the malakos as a "mistress" or who hires him on accasion to satisfy his sexual desires."(Scroggs,Robin: The Nw Testament and Homosexuality. Contextual Background for Contemporary Debate, Philadelphia 1983, 108) - "Malakos and arsenokoites ... point ot a very specific form of pederasty". (Scroggs, 109)

    "daß in I Kor 6,9 μαλακοὶ den sich weiblich gerierenden Strichjungen ("effeminate call boy") bezeichne und ἀρσενοκοῖτης, mit μαλακοὶ sachlich zusammengehörig, den diesen kaufgenden Erwachsenen meine; nur sie (und nicht etwa alle Homosexuellen) wären in diesem Fall nach den Worten des Paulus vom Reich Gottes ausgeschlossen" (von der Osten-Sacken,Peter: Paulinisches Evangelium und Homosexualität, in: Berliner Theologische Zeitschrift 3 (1/1986), 28-49, 33)
    "wird in 1 Kor 6.9 nicht pauschal homosexueller Verkehr verworfen, sondern Päderastie oder sogar nur eine spezielle Form derselben, käufliche Knabenliebe. .. Aus dieser Sicht scheidet 1 Kor 6.9 ... in der heutigen Diskussion um Homosexualität aus".(Stowasser,Martin: Homosexualität und Bibel. Exegetische und hermeneutische Überlegungen zu einem schwierigen Thema, in: NTS 43 (4/1997), 503-526 (=Stowasser), 515)
    "Demzufolge kann auch 1.Kor 6,9 für die heutige Diskussion um eine freiwillig eingegangene gleichgeschlechtliche Liebesbeziehung zwischen zwei erwachsenen Menschen als nicht mehr relevant erklärt werden." (Spilling-Nöker,Christa: Wir lassen Dich nicht, Du segnest uns denn. Zur Diskussion um Segnung und Zusammenleben gleichgeschlechtlicher Paare im Pfarrhaus, Berlin 2006, (=Spilling-Nöker) 50)

  58. "Das Verb μηταλάσσειν lässt auf eine freiwillig pervertierte heterosexuelle Konditionierung schließen." (Spilling-Nöker, 49)
    "Röm 1,27 ... Der Apostel geht davon aus, dass homosexuelle Menschen sich willentlich von der ihnen eigentlich eigenen Heterosexualität abwenden. ... Paulus gibt jedenfalls nirgends zu erkennen, 'daß er sich mit ... auf Veranlagung beruhender Homosexualität ... auseinandersetzt'. ... Trifft aber die entscheidende Voraussetzung des Paulus nicht zu, kann er auch nicht mehr als neutestamentlicher Kronzeuge dafür ins Feld geführt werden, um Homosexualität unter der Kategorie 'Sünde' einzuordnen."(Stowasser, 519f)
  59. Petersen, Anders Klostergaard: Konstruktionen von Geschlecht und Sexualität im Neuen Testament, Zeitschrift für Neues Testament, Heft 30, 15.Jg (2012), 12-23, 20
  60. Stowers, Stanley K.: A Rereading of Romans. Justice, Jews and Gentiles, Yale 1994, 342,Anm.43
  61. Fredrickson, David E.: Natural and Unnatural Use in Romans 1:24-27: Paul and the Philosophic Critique of Eros, in: Balch, David L.:Homosexuality, Science, and the "Plain Sense" of Scripture, Grand Rapids/Cambridge 2000, 197-222, 222
  62. Theobald, Michael: Paulus und die Gleichgeschlechtlichkeit. Plädoyer für einen vernünftigen Umgang mit der Schrift, in: Goertz,Stephan: "Wer bin ich, ihn zu verurteilen?" Homosexualität und katholische Kirche, Freiburg/Basel/Wien 2015, 53-90, S. 79
  63. Grundmann, Walter: Das Evangelium nach Matthäus (ThHK 1), Berlin 1981, 5.Aufl. ("Grundmann"), 429
  64. Braun,Herbert: Jesus. Der Mann aus Nazareth und seine Zeit, 3.Aufl., Berlin 1978, 73
  65. Kodell, Jerome: The Celibacy Logion in Matthew 19:12, in: BTB 8 (1/1978), 19-23, 19. Ebenso: "Thus it is very likely that Matt. 19:12 ... goes back to Jesus." (Moxnes, Halvor: Putting Jesus in His Place. A Radical Vision of Household and Kingdom, Louisville/London 2003 (=Moxnes,Place), 75
  66. Wolff,Christian: Niedrigkeit und Verzicht in Wort und Weg Jesu und in der apostolischen Existenz des Paulus, in: NTS 34 (2/1988), 183-196 (=Wolff), 187
  67. Wolff, 194f
  68. Grundmann, 426
  69. McNeill, John: The Church and the Homosexual, Boston 1988, 3.Aufl.(=McNeill), 64f
  70. Faris,Malik: Born Eunuchs
  71. Clemente de Alejandria: Stromata II-III, Fuentes Patristicas, Bd.10, hg. v. Marcelo Merino Rodriguez, Madrid 1998, 315
  72. Miner, 41
  73. Rogers,Jack: Jesus, the Bible and Homosexuality. Revised and Expanded Edition. Explode the Myths, Heal the Church, Louisville/Kentucky 2009 (=Rogers), 130
  74. Rogers, 131
  75. Sharpe, Keith: The Gay Gospels. Good News for LGBT People, Wincester(UK)/Washington (USA) 2011, 164
  76. Hester, J.David: Eunuchs and the Postgender Jesus: Matthew 19.12 and Transgressive Sexualities, Journal for the Study of the New Testament 28.1 (2005), 13-40 (= Hester), 13
  77. Hester, 37
  78. Hester, 37
  79. Hester, 38
  80. Moxnes, Halvor: A man's place in Matthew 19:3-15. Creation and Kingdom as Transformative Spaces of Identity, in: Balch, David L.; Lamoreaux, Jason T.: Finding A Woman's Place: Essays in Honor of Carolyn Osiek, Eugene/Oregon (USA) 2011, 103-123, 114
  81. a.a.O.
  82. Moxnes, Halvor: Landscape and Spatiality: Placing Jesus, in: Neufeld,Dietmar, DeMaris,Richard E.: Understanding the Social World of the New Testament, London/New York 2010, 90-106, 105
  83. Moxnes, Place, 105
  84. Surall,Frank: Ethik der Lebensformen, in: Huber,Wolfgang/Meireis,Torsten/Reuter,Hans-Richard: Handbuch der Evangelischen Ethik (HEE), München 2015, S.451-516, S.493
  85. Miner, 46
  86. McNeill, 65
  87. Queer,Commentary, 510
  88. Punt, Jeremy: Queer Theory, Postcolonial Theory, and Biblical Interpretation: A Preliminary Exploration of Some Intersections, in: Hornsby, Teresa J., Stone, Ken: Bible Trouble. Queer Reading at the Boundaries of Biblical Scholarship (Society of Biblical Literature. Semeia Studies, No.67), Atlanta 2011, 321-341, 336
  89. Nestle-Aland: Novum Testamentum Graece, 26.Aufl., Stuttgart 1979 (=Nestle), 10
  90. Schulthess,Friedrich: Zur Sprache der Evangelien, in: Zeitschrift für die neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde der älteren Kirche 21 (3/1922), 216-258 (= Schulthess), 242
  91. "Als hebräisches Wort könnte es 'Schwächling' bedeuten. Ebenso aber auch als aramäisches Wort." (Schulthess, 242)
  92. Greeberg, David F.: The Construction of Homosexuality, Chicago 1988, 211
  93. Johansson, Warren: Whosoever Shall Say to His Brother, Racha (Matthew 5:22), in: Dynes, Wayne R., Donaldson, Stephen: Homosexuality and Religion and Philosophy, New York/London 1992, 212-214 (ursprünglich erschienen in: Cabirion and Gay Books Bulletin 10 (1984), 2-4), 213
  94. Fone, Byrne: Homophobia. A History, New York 2000, 94f
  95. Arthur, Robert: The Sex Texts: Sexuality, Gender, and Relationships in the Bible, Pittsburgh 2013, 72
  96. Nestle, 122
  97. Müller,Wunibald: Größer als alles aber ist die Liebe. Für einen ganzheitlichen Blick auf Homosexualität, Kevelaer 2014 (=Müller), 48
  98. Hinck, Valeria: Streitfall Liebe. Biblische Plädoyers wider die Ausgrenzung homosexueller Menschen, Mering 2007, 21
  99. Karle,Liebe,130
  100. Tiedemann, Holger: Die Erfahrung des Fleisches. Paulus und die Last der Lust, Stuttgart 1998, 282
  101. Müller, 87
  102. Übersetzung vom Manifest komplett, und daraus zitiert:
    die Thesen: "1. Beseitigung von Homophobie und anti-homosexueller Diskriminierung;
    2. Verurteilung der Bestrafung von Homosexualität;
    3. Aufgabe der Einmischung der Kirche in die Garantierung von Menschenrechten durch demokratische Staaten;
    4. Widerrufung von inkompetenten und schädlichen Dokumenten ("Persona Humana"; "Brief der pastoralen Liebe homosexueller Personen"; "Erwägungen bezüglich der Antwort auf Gesetzesvorschläge über die Nicht-Diskriminierung homosexueller Personen"; "Erwägungen zu den Entwürfen einer rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen homosexuellen Personen" (Vgl. hierzu auch: Kritische Analyse dieses Vatikandokuments); Katechismus der Katholischen Kirche);
    5. Sofortige Abschaffung diskriminierender Regelungen zur Vermeidung der Priesterschaft homosexueller Personen;
    6. Initiierung einer ernsthaften und interdisziplinären wissenschaftlichen Reflektion über die Moral der menschlichen Sexualität;
    7. Revision der Interpretation der biblischen Texte zur Homosexualität;
    8. Etablierung eines ökumenischen Dialogs mit unseren lutherischen und anglikanischen Brüdern und Schwestern über Homosexualität
    ;
    9. Entwicklung des Bedürfnisses, um Vergebung zu bitten für vergangene und aktuelle Verfehlungen der Kirche gegenüber Homosexuellen;
    10. Respekt für homosexuelle Gläubige und ein Wandel der verzerrten Position der Kirche, wie diese ihr christliches Leben zu betrachten hätten."
    (auch zu finden in: HuK-info, Nr. 195 (Dez 2015-März 2016), S.24f)
  103. Müller, 100
  104. Karle,Liebe, 133 (zitiert aus Herzer,Jens: Der Buchstabe tötet)
  105. Müller, 74
  106. Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland, Zwischen Autonomie und Angewiesenheit. Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken, Gütersloh 2013 (=Orientierungshilfe)
  107. "Liest man die Bibel von dieser Grundüberzeugung her, dann sind gleichgeschlechtliche Partnerschaften, in denen sich Menschen zu einem verbindlichen und verantwortungsvollen Miteinander verpflichten, auch in theologischer Sicht als gleichwertig anzuerkennen." (Orientierungshilfe,66) - "Dass homosexuelle Paare gemeinsam keine Kinder zeugen können, kann deshalb kein Grund sein, ihnen den Segen zu verweigern." (Orientierungshilfe,67)
  108. Artikel "Riss in der Ökumene" von pro-Christliches Medienmagazin, 28.6.2013.
  109. Douglass, Klaus: Vorwort, in: Hinck, Valeria: Streitfall Liebe. Biblische Plädoyers wider die Ausgrenzung homosexueller Menschen, München 2003, 7-11, 11
  110. Tagungsbericht "Religiöse kämpfen gegen Vorurteile", von pro-Christliches Medienmagazin, 22.09.2014
  111. Artikel "Erstes Segensgebet in Berlin-Brandenburg"
  112. idea Spektrum 4/2014, S.15
  113. queer.de-Artikel "Kurz vor Familiensynode. Vatikan: Einflussreicher Theologe und Priester outet sich als schwul"
  114. Goertz, Stephan: Zwischen "himmelschreiender Sünde" und "Geschenk der Liebe". Konzepte und Bewertungen von Homosexualität in der Moraltheologie und im römischen Lehramt, in: Goertz,Stephan: "Wer bin ich, ihn zu verurteilen?" Homosexualität und katholische Kirche, Freiburg/Basel/Wien 2015, 175-236, S.233f
  115. Müller-Meinigen, Julius: Entschuldigung bei Homosexuellen?, Artikel des Münchner Merkur vom 28.Juni 2016, S.4. Siehe auch den Artikel: Nardi, Giuseppe: "Papst Franziskus unterstützt Forderung eines „marxistischen“ Kardinals: „Bei Homosexuellen entschuldigen“, Katholisches Info. Magazin für Kirche und Kultur, 27.6.2016
  116. Dabrock,Peter u.a.: Unverschämt - schön. Sexualethik: evangelisch und lebensnah, Gütersloh 2015, S.168
  117. Surall,Frank: Ethik der Lebensformen, in: Huber,Wolfgang/Meireis,Torsten/Reuter,Hans-Richard: Handbuch der Evangelischen Ethik (HEE), München 2015, S.451-516, S.493
  118. a.a.O., S.495
  119. Dazu weitere Literatur: Söderblom, Kerstin: "Kämpfen mit einem queeren Gott?" Aspekte einer queeren Theologie, in: Schmelzer, Christian: Gender Turn. Gesellschaft jenseits der Geschlechternorm, Bielefeld 2013, 173-187
    und: Cornwall, Susannah: Wild Rice and Queer Dissent: Wrestling with God in Gen 32:22-32, in: Isherwood, Lisa, u.a.: Wrestling with God. En lucha con Dios. Ringen mit Gott, Leuven 2010, 61-74
  120. "Esau war ein Mann geworden, der sich auf die Jagd verstand, ein Mann des freien Feldes. Jakob dagegen war ein untadeliger Mann und blieb bei den Zelten." (Genesis/1.Mose 25,27) - "Esau ... aß gern Wildbret." (Gen 25,28) - "Darauf gab Jakob dem Esau Brot und Linsengemüse." (Gen 25,34) - "Mein Bruder Esau ist aber behaart, und ich habe eine glatte Haut." (Gen 27,11).- "Esau represents heteronormative masculinity ... Jacob ... in tents, Genesis is questionning his masculinity - Jacob is effeminate . .. Rebecca ... loves her femmy son ... so that the straight butch, born to rule, is displaced by and must therefore defer to, the swishy, delicate, pretty boy." (Guest,Deryn/Goss,Robert E./West,Mona/Bohache,Thomas: The Queer Bible Commentary, London 2006, S.47)

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